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Erkenntnis

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Wenn jemand
Worte zusammen reimt
Dann hat dieser wohl
Buchstaben aneinander geleimt.

© 2019 T.R. aka Wortman

🙂

Bestimmung

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Er wurde geboren in den Weiten des Himmels. Immer wartend auf den Tag, seiner Bestimmung näher zu kommen.
Heute war es soweit! Mit vielen seiner Brüdern und Schwestern machte er sich auf den Weg. Sie wanderten über dichte Wälder, grüne Wiesen, genossen den Blick auf diese wunderschöne Natur. Der Sandweg, der sich durch diese Wiesen wie eine Schlange hinzog, wirkte wie gemalt.
Der Zeitpunkt der Bestimmung war nahe. Ein Glücksgefühl durchströmte ihn.
Bald werde ich Dir nahe sein, werde ich mich mit Dir vereinen.
Mit dem berauschenden Gefühl des vollkommenen Glücks, ließ er sich fallen.
Mutter Natur, ich komme zu Dir!
Doch plötzlich wurden diese liebevollen Gedanken durch Panik vertrieben. Etwas großes Schwarzes stellte sich ihm in den Weg, wollte verhindern, daß er sein Ziel erreichte.
Mit einem harten Aufschlag wurde er seiner Bestimmung entrissen.

„Oh nein“, rief die Frau und öffnete ihren schwarzen Regenschirm. „Muss es jetzt unbedingt regnen?“

© 2001 T.R. aka Wortman

So witzig…

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Kennen Sie das, wenn ein Keramikmesser wie von Selbst durch eine Semmel gleitet?
Butterweich eindringt und mühelos das Innere durchtrennt?
Da macht das Schneiden einfach nur Spaß.
Ach ja: Nicht zu vergessen dieser herrliche Gesichtsausdruck und die aufgerissenen Augen.
Er oder auch sie will überhaupt nicht lächeln, wenn sie mit einer Semmel vergleiche.
Dabei ist das doch so witzig…
Das Herumschneiden geht jedenfalls beides gut.

©2017 T.R. aka Wortman

Die Hinrichtung

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In einer Zeit, in der Gott sich in den Urlaub verabschiedet hatte und der Teufel mit einer Machete neue Jünger rekrutierte, konnte das Weltbild schon mal ins Wanken kommen. Da war ein Zusammenhalt unerlässlich. Murphy und Cassidy hielten zusammen wie Pech und Schwefel. Wo einer war, war der andere nicht weit.
Wenn man schon Ichebod hieß, was hatte man da schon für Möglichkeiten? Seine war es, dass er Priester wurde. Im Moment war Ichebod auf dem Weg zu einem Gefangenen namens Murphy. Er sollte gleich durch die Guillotine hingerichtet werden. Kurz darauf in der Zelle.
„Mein Sohn, möchtest du die Beichte ablegen, bevor du vor deinen Schöpfer trittst?“
Murphy schaute den Priester an. „Lass gut sein Priester, ich rede nachher persönlich mit deinem Chef.“
Da sich Murphy weigerte, mit dem Priester zu reden, machten sie sich auf dem Weg zum Schafott. Inzwischen fing es an zu regnen.
Ichebod spannte den Schirm auf.
„Na Priester,“ sagte Murphy, „ganz schönes Sauwetter heute.“
Ichebod schaute ihn an. „Sie haben es ja gut. Sie müssen nur hin. Ich muss aber noch wieder zurück!“
Kurz vor dem Schaffot ergriff der Priester Murphys Arm.
„Seien Sie vorsichtig. Die Stufen sind glitschig. Da könnte man sich das Genick brechen.“
Oben auf dem Schaffot angekommen, schaute Murphy in die Runde. eine ziemliche Menschenmenge hatte sich schon versammelt. Mittendrin erblickte er seine Frau Miranda.
„Du bist auch immer dort, wo es was umsonst gibt, Miranda“, rief er seiner Frau zu.
Der Henker klopfte ihm auf die Schulter. Murphy drehte sich um.
„Du?“ Fassungslos schaute er den Henker an. Es war Cassidy.
„Hast du gedacht ich lasse dich im Stich? Wir halten zusammen! Das war die beste Möglichkeit bei dir zu sein.“ Cassidy grinste breit.
Murphy kniete sich hin und legte den Kopf in die Mulde.
Der Priester warf ihm noch ein Ave Maria an den Kopf, dann sauste das Fallbeil herunter.
„Bin ich jetzt tot?“, fragte Murphy.
„Nick doch mal, mein Freund“, antwortete Cassidy.

Für den Teufel war so ein Marktplatz mit Hinrichtung immer ein besonderer Ort. Er wusste, dass ein Kopf, welcher mit der Guillotine abgetrennt wurde, mindestens noch 10 Sekunden lebte. Das hieß, der Kopf sah sich selbst in den Korb fallen. Grinsend winkte er dem Kopf zu. „Wir sehen uns gleich!“

© 2016 by T.R. aka Wortman

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