Auf dem Blog der Autorin und Filmemacherin Anette Kinter bin ich auf ein interessantes Projekt gestoßen.

Sie postet in loser Reihenfolge Dialoge unterschiedlichster Art. Sie sind keinem Projekt, Text oder Film zugeordnet, sondern werden einfach nur gesammelt. Irgendwann können sich aus diesen Fragmenten vielleicht einmal feste Projekte entwickeln oder (un)bearbeitet in bestehende Arbeiten integriert werden.

Da ich mich selber mit Dialogen relativ schwer tue, ist es für mich eine schöne Inspiration, diese Vorgehensweise auch einmal auszuprobieren. Anette hat sich sehr darüber gefreut, dass sie mich inspirieren konnte. Vielen Dank noch einmal.

Eine uraltes Projekt habe ich wiedergefunden. Eine kurze Sequenz, die ich 2006 zusammen mit der Autorin Sophia Noah begonnen hatte.

„Fragend seht ihr mich hier stehen. Kann es denn sein,euch,mein Ritter hier wiederzufinden? Atme ich denn euren Duft wieder,so wie einst vor tausend Jahren? Hält mich euer Geist hier in diesen Hallen gefesselt? Seid ihr es?“
Seht… ich bin durch die Dunkelheit der Welt gereist, durch die tiefsten aller Abgründe, um nun an eurer Seite zu stehen und euch in dieser Welt zu beschützen.
Aber ihr scheint mir zorniger,ungeduldiger,unstet geworden zu sein in all den Jahrhunderten der Entbehrungen. Warum nur?
Viel hab ich erlebt und getan in den Jahrhunderten unserer Trennung. Es blieb nicht ohne Spuren. Gesucht hab ich euch, denn der Tod hat auch eine sanfte Seite. Dort steht ihr und habt gewartet. All die Jahrhunderte.
Kann mein sanftes Wesen das eure ein wenig besänftigen? Können meine Hände Ruhe unter eure Haut zaubern? Kann meine Stimme eure Seele zum schwingen noch bringen, so wie einst?
Der Zauber eurer Erscheinung, die Sanftheit eurer Hände vermag Wunder vollbringen. Ihr seit das Wort und das Gefühl. Ich bin die Dunkelheit die euch umgibt und beschützt.

©2006 T.R. aka Wortman / Sophia Noah

Dieser kleine Auszug inspirierte mich zu der Bildergeschichte „Goban und Caseal„.